Die Gießereibranche in Deutschland gilt aufgrund von Produktionsrekorden und hoher Wachstumsdynamik als "hidden champion". In den letzten Jahren hat die Branche vielfältige Modernisierungsprozesse durchlaufen. Die Entwicklung neuer Werkstoffe und Konstruktionsprinzipien, ein hoher Automatisierungsgrad und die internationale Präsenz von Produkten und Dienstleistungen sind nur einige Beispiele dafür, wie sich die Branche dadurch differenziert hat.
Aber sie steht auch zahlreichen Herausforderungen gegenüber, wie z.B. dass
- trotz der Hightech-Anforderungen der Fachkräftemangel durch das weiterhin
bestehende Lowtech-Image der Branche verschärft wird.
- Gleichzeitig erfordert das steigende Durchschnittsalter der Belegschaften vor dem
Hintergrund der vorherrschenden Arbeitsbedingungen dringenden Handlungs-
bedarf.
- Zwar zeichnet sich die Gießereibranche - insbesondere im Bereich arbeits-
gestalterischer Maßnahmen gegen Lärm, Hitze und Staub - durch ein hohes Niveau
im Arbeits- und Gesundheitsschutz aus, jedoch sind teilweise die Arbeits-
bedingungen nach wie vor mit starken körperlichen Belastungen verbunden und
zunehmend werden von Management und Betriebsräten psychische Belastungen
der Mitarbeiter/-innen thematisiert.
Die Entwicklung eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagementmodells und der INDINA-Toolbox zielt auf die Förderung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen und guter, gesundheits- und entwicklungsförderlicher Arbeit für die Beschäftigten.
Gelingen soll dies durch die beteiligungsorientierte Entwicklung einer betrieblichen Gesundheitskultur, die
- auf Prävention setzt und bisherige Reparatur- und Kompensationskulturen ablöst.
- sowohl Verhältnis- wie Verhaltensprävention und Führung umfasst.
- körperliche und psychische Belastungen im Blick hat.
- entwicklungs- und gesundheitsförderliche Ressourcen identifiziert und stärkt.
- einen angemessenen Mix aus Experten- und Beteiligungsorientierung befördert.
- durch integrierte Managementsysteme in die Unternehmensstrategie eingebettet
ist.
- Fachleute für gemeinsames Handeln gewinnt und vernetzt.
- Ergebnisorientierung und Erfolgscontrolling integriert.