Vom 23.-24. September 2008 fand in Gladbeck die Gießerei - Fachtagung statt - mit ca. 200 Teilnehmer/-innen eine der größten Branchenkonferenzen der IG Metall. Wir hatten dort die Gelegenheit, das Projekt INDINA auf einem der drei Kleinplenen vorzustellen und vier Stunden mit den rund 80 Teilnehmer/-innen aus Betriebsratsgremien, Geschäftsführungen, Personalmanagement, Arbeits- und Gesundheitsschutz zu diskutieren.
Nach der Projektpräsentation (INDINA Präsentation unter Download ca. 0,7 MB) warfen wir einem gemeinsamen Blick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Betrieben und der Branche. Unseren Projektprinzipien folgend gestalteten wir diesen Teil interaktiv, dialog- und beteiligungsorientiert. Dabei war es uns wichtig, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Vielfältigkeit der Perspektiven, der Unternehmensaktivitäten und Einschätzungen im Themenfeld Arbeits- und Gesundheitsschutz zeigen und produktiv für den Austausch sein konnte. Für viele langjährige Teilnehmer/-innen der bisher eher vortragsorientierten Fachtagung ein Novum – die Rückmeldung der Teilnehmer/-innen war jedoch in und nach der Veranstaltung durchweg positiv. Der Erfolg ist auch nicht zuletzt daran abzulesen, dass viele diesen Austausch auch "zwischen den jährlichen Fachtagungen" gerne fortsetzen möchten.
Aber nun erst einmal zu den inhaltlichen Ergebnissen. Wir tauschten uns mit dem Plenum darüber aus, was in den Unternehmen bereits heute schon in den drei Themenfeldern gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung, Mitarbeiterverhalten und Beteiligung sowie gesundheitsgerechte Führung getan wird. Darüber hinaus ging es darum, die Aktivitäten des eigenen Unternehmens einzuschätzen.

Es zeigte sich, dass diese sehr breit gestreut sind. Gerade im Gestaltungsfeld Führung wurde recht schnell klar, dass hier noch sehr viel Nachhol- und Gestaltungsbedarf liegt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Führungskräfte eine Schlüsselrolle im Arbeits- und Gesundheitsschutz einnehmen. Wir fragten uns im Plenum auch danach, welche Rahmenbedingungen für vielfältige betriebliche Aktivitäten und Maßnahmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz eher förderlich und welche eher hinderlich sind. Viele Wortbeiträge deuteten darauf, dass der Stellenwert von Gesundheit im Unternehmen als Teil der Strategie, Ziele und Kultur einen wichtigen Einfluss hat, aber auch, inwieweit es in den Unternehmen Treiber und Initiatoren gibt – bspw. die Betriebsräte oder in vielen Fällen eine gute Kooperation zwischen Betriebsrat und Personalmanagement –, welche das Thema immer wieder neu auf die Agenda bringen.
Eine vollständige Dokumentation der Vorträge und Kleinplenen der Gießerei -Fachtagung erfolgt aktuell durch das IG Metall Zweigbüro Düsseldorf. Weitere Informationen dazu demnächst auch an dieser Stelle.
Zum Abschluss diskutierten wir darüber, wie wir gemeinsam den "Dialog zum präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Gießerei-Industrie" intensivieren können, und welche Unterstützung das Verbundprojekt INDINA leisten kann. Das Ergebnis: wir werden einen Arbeitskreis zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Gießerei - Industrie gründen. Zielgruppe sind Betriebsräte und Geschäftsführungen, Personalmanagement und Akteure des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Erste Themen könnten z.B. Gefährdungs- und Belastungsbeurteilungen oder Quarz-Feinstaub sein, darüber hinaus planen wir Themen und Praxisbeispiele aus dem Projekt INDINA zu präsentieren. Auf der Veranstaltung haben ca. 18 Betriebe ihr Interesse an einem gemeinsamen Erfahrungs- und Informationsaustausch angemeldet.
Die vollständige Dokumentation der Vorträge und Kleinplenen der Gießerei -Fachtagung ist ab sofort erhältlich beim IG Metall Zweigbüro Düsseldorf, Sonnenstrasse 10, 40227 Düsseldorf.
Sollten also auch Sie Interesse haben, sich im Rahmen des Arbeitskreises mit anderen Betrieben aus der Gießerei-Branche über ihre Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes auszutauschen, so senden Sie eine Mail mit Ihren Kontaktdaten an die Koordinatorin des Projekts Ruth Holm. Wir nehmen Sie gerne in die Einladungsliste auf!
Wir möchten an dieser Stelle noch einmal allen Teilnehmer/-innen für ihr Engagement, ihre Wortbeiträge und ihre Bereitschaft danken, sich auf eine neue Veranstaltungsform einzulassen und diese aktiv mitzugestalten. Wir freuen uns jetzt schon auf den weiteren gemeinsamen Austausch und die nächste Gießerei - Fachtagung. Bis dahin: Glück auf!